Forschung an HAW: Innovationsmotor und Treiber für die Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit

Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) gewinnt an Bedeutung und immer mehr Bundesländer ermöglichen Promotionen an diesem Hochschultyp. Doch welche spezifischen Merkmale hat die Forschung an HAW?

Eine Tagung in Bochum mit mehr als 60 Forschenden und Forschungsverantwortlichen lieferte Antworten. Von unserer Hochschule nahmen Präsident Prof. Dr. Frank Dellmann und Vizepräsident Prof. Dr. Stephan Barth teil. „Bei Forschungsvorhaben an HAW kommt es auf den Bezug zur Wirklichkeit, auf Inter- und Transdisziplinarität und die Entwicklung neuer Disziplinen an“, fasst Prof. Dr. Martin Sternberg, Mitorganisator und Vorsitzender des Promotionskollegs NRW, die Ergebnisse zusammen. Das Promotionskolleg NRW kann als hochschulübergreifende wissenschaftliche Einrichtung der HAW eigenständige Promotionsverfahren durchführen und Doktor*innengrade vergeben. „Durch die Art, wie wir forschen, sind HAW ein Treiber für die Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit“, sagt Dellmann. „Als HAW verstehen wir uns als Innovationsmotor mit großer Verantwortung für die Gesellschaft.“ Die Forschung sei anwendungsbezogen, interdisziplinär organisiert und ziele für aktuelle, aber auch zukünftige Herausforderungen auf Lösungen ab. „Das hat an unserer Hochschule bereits seit vielen Jahren einen erheblichen Stellenwert und wir fördern dies mit vielfältigen Maßnahmen im Rahmen unserer Forschungsoffensiven“, erklärt Barth.

Prof. Dr. Uta Gaidys, Leiterin des Departements Pflege und Management der HAW Hamburg und Mitglied des Wissenschaftsrats, hob in ihrem Impulsvortrag die große Bedeutung von Forschung hervor. Dabei betonte sie auch die Notwendigkeit von Promotionen, unter anderem für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Prof. Dr. Stefan Hornbostel, emeritierter Professor der Humboldt-Universität und Abteilungsleiter des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, verwies auf die Konsequenzen für das Hochschulsystem in Deutschland. Durch die Besonderheit der anwendungsorientierten Forschung biete sich den HAW die Chance, einen neuen Typus von Forschung und Nachwuchsausbildung mit hohem Qualitätsanspruch zu begründen, so Hornbostel.

Der Hauptteil der Tagung war der Arbeit in vier Workshops gewidmet. Dabei zeigte sich, dass das Selbstverständnis der HAW gestärkt und die Profilbildung in den Fokus gestellt werden muss. „Wichtig ist zu reflektieren, welche Merkmale Forschung und Promotionen an der eigenen Hochschule ausmachen und entsprechend Schwerpunkte auszubilden“, sagt Sternberg. Ziel der HAW müsse es bleiben, auf allen Qualifikationsstufen berufsbefähigend auszubilden, also auch bereits mit dem Bachelorabschluss. Eine HAW mit anwendungsorientierter oder auch erkenntnisorientierter disziplinenentwickelnder Forschung muss aber auch promovieren können. In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten die Teilnehmer*innen einzelne der Themen näher.

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